Der Gouverneur einer Provinz im alten China  besuchte einen bekannten Zen-Meister und sagte zu ihm: "Wichtige Staatsangelegenheiten lassen mir keine Zeit für lange gelehrte Reden. Könnt Ihr mir das Wesentliche der Religion für einen aktiven Menschen wie mich in ein, zwei Sätzen zusammenfassen?"

"Ich werde es mit einem einzigen Wort zu Eurem Nutzen ausdrücken", erwiderte der Meister.

"Unglaublich! Wie lautet dieses außergewöhnliche Wort?"

"Stille."

"Und auf welchem Wege gelangt man zur Stille?"

"Durch Meditation."

"Und was , darf ich fragen, ist Meditation?"

"Stille."


 

Zen ist Sitzen in   S T I L L E

Zen ist    H I E R  +  J E T Z T

 

Ein Abenteuer, das uns

tief ---

weit ---

offen ---

macht.

 

Die STILLE eint uns.

Sie trägt uns.

Sie formt uns.

Sie arbeitet an uns.

Sie wirkt in uns.

 

Wir lassen unseren Atem kommen und gehen ---

Wir lassen unsere Gedanken kommen und gehen,

Wir bewerten sie nicht und lassen sie los ---

Wir lassen uns ein in genau den Augenblick, der kommt ---

der kommt ---

der kommt ---



Wir sprechen gerne von „ÜBEN“, denn dieses scheinbar so einfache Meditieren, dieses

„Nur in der Stille sitzen und den Atem beobachten“ kann auch schwer werden und stellt Anfänger*innen wie Geübte immer wieder vor neue Herausforderungen.

 

Aber die Folgen, die Früchte dieses „Nichts-Tuns“ können

lebens-stabilisierend,

lebens-verändernd,

überwältigend sein.

 

Wir bekommen neue Sichtweisen

auf uns selbst ---

auf unsere Mitmenschen ---

auf das Leben---

Das ist bei jeder und jedem individuell.

 

Zen ist ein jahrhunderter-alter spiritueller Übungsweg.

In einer interessanten Symbiose haben sich ab dem 6. Jahrhundert v.Chr. uralte

- hinduistische Elemente aus den Upanischaden, 

- buddhistische Erkenntnisse des Gautama Buddha und

- taoistisches Gedankengut des Laotse (v.a. aus dem Tao-Te-King)

ab dem 2. Jahrhundert n.Chr. in China zu dem geformt, was wir heute

„Chan“ (chinesisch) bzw. „Zen“ (japanisch) nennen.


Der Begriff bedeutet schlicht „Versenkung, Meditation“.


Zu uns nach Europa kam die Praxis des Zen u.a. durch katholische Ordenspriester wie

Pater Hugo Enomiya-Lassalle SJ (1898-1990) und Pater Willigis Jäger OSB (1925-2020).

 

Für viele Christen ist es eine unglaublich spannende Entdeckung, wieviel „Zen“

in der eigenen christlichen Tradition zu finden ist.

Viele Texte des christlichen Mystikers und Philosophen Meister Eckhart (1260 – 1328)

werden von Zen-Buddhisten auch als „ihre“ Texte/Gedanken anerkannt.

 

Was vielfach übersehen wird:  Zen ist nicht exklusiv buddhistisch – auch wenn es

oft in buddhistischem Kontext praktiziert wird.


„Zen“ ist einfach Sitzen in der Stille

Die Stille, der gegenwärtige Moment ist unser „Meister“. 

Daher gibt es kein „buddhistisches“, „christliches“ oder „atheistisches“ Zen,

wohl aber Zen, das ich als buddhistisch oder christlich oder

atheistisch oder agnostisch geprägter Mensch üben kann.

      

Die Zen-Linie „Leere Wolke“, die der Benediktinerpater Willigis Jäger (Ko’un Roshi) gegründet hat, lehrt und praktiziert Zen in diesem Sinne - ohne Anbindung an eine spezifische Religion.

Die „Leere Wolke“ setzt am konkreten Menschen an und hat als Ziel die Entfaltung

zum eigenen, „wahren“ Menschsein (Rinzai). 

Und das kann ich als Christ*in, als Buddhist*in wie als Agnostiker*in gleichermaßen tun.

 

In der Zen-Gruppe Freiburg sitzen und üben wir Zen in diesem


                                         w e i t e n     und    o f f e n e n    Horizont


Beim Sitzen in der Stille kann und wird uns vieles durch den Kopf ziehen:

Gedanken, Befürchtungen, Euphorie, Trauer, Langeweile, Schmerzen usw.


Da kann die bewährte Tradition des Einzelgespräches (Dokusan) mit einem in der Meditation erfahrenen Begleiter eine Hilfe sein mit derartigen Erlebnissen umzugehen.

Gerne biete ich diese Begleitung an.


Hier muss ich darauf hinweisen, dass an unseren Meditationsabenden in eigener Haftung teilgenommen wird und dass die Zen-Praxis und die Einzelgespräche bei mir

keine (Psycho-) Therapie ersetzen.

 

Liebe Leserin, lieber Leser, (meine) Worte können Zen nicht erklären.

Du bist willkommen, das bei uns einfach mal auszuprobieren –

um es mit Laotse  auszudrücken:

 

                                                 Die größte Offenbarung ist die Stille